Was ist Mikroneedling?
(Oft auch in unterschiedlicher Schreibweise wie: microneedling micro needling, micro-needling, mikro needling oder micro-needling).
Der Begriff Microneedling tauchte erst vermehrt im Jahr 2005 nach der Erfindung und der weltweiten Markteinführung des Dermarollers® auf. Das Wort „Mikroneedling“ beschreibt eigenlich einen dynamischen Prozeß, bei welchem die auf einer Walze angeordneten Nadeln in einer rollenden Bewegung die Haut penetrieren (punktieren). Früher nannte man diesen Vorgang sehr unspezifisch „Nadeln“.
Die Punktion, also das Durchstechen der Haut, wird schon seit alters her praktiziert. Zum Abfluss eines Abszesses eröffnete man diesen in der Medizin mittels einer scharfen Nadel. Das geschah meistens mit einer Kanüle. Deren Spitze ist scharf geschliffen und wirkt in Form winziger Schnitte traumatisch (verletzend).
Aus der Kulturgeschichte der Menschheit kennen wir das „Nadeln“ in Form von dauerhaftem Körperschmuck, die Tätowierung. Sie ist Jahrtausende alt http://en.wikipedia.org/wiki/Tattoo Bei dieser Technik werden Farbpigmente, früher Holzkohle, später Tinte und heute synthetische Farben in die Haut eingestochen. Als Farbträger wurden anfangs spitze, gehärtete Holznadeln eingesetzt, deren Oberfläche den Farbstoff in die Haut transportiert. Heute werden im Tätowiergerät (tattoo gun) elektrisch betriebene Stahlnadeln eingesetzt. Ihre Eindringtiefe liegt bei etwa 1,2 mm. Die eingesetzten Nadeln sind atraumatisch, also rund-spitz geschliffen, ohne schneidende Spitze.
In der Medizin setzte in den neunziger Jahren Camirand Tätowiergeräte ohne Farbpigmente zur Narbenbehandlung ein. Seine Absicht war, Narben nach kosmetischen Operationen die Spannung zu nehmen, wobei diese flacher wurden und sich teilweise wieder re-pigmentierten. Diese postoperative Nadeltechnik mit einer einzigen Nadel verschwand jedoch wieder aus den Operationssälen, da sie zu zeitraubend war und auch nicht „viel einbrachte“.
Bei der Anwendung von Akupunkturnadeln hat sich der Begriff Mikroneeedling nicht durchgesetzt. Vermutlich, weil diese Art von Nadeln verweilend, also statisch gesetzt werden.
In den USA entdeckte man in den achtziger Jahren das „Needling“ wieder, aber zu ganz anderen Zwecken: Zur Überwindung der Hautbarriere beim Einschleusen von Wirkstoffen. Man hatte erkannt, dass gewisse Wirkstoffe über die Haut über einen längeren Zeitraum besser dosiert aufgenommen werden, als in der systemischen Verabreichung (oral durch Tabletteneinnahme oder durch den venösen Zugang mittels Spritze). Der Begriff „transdermal delivery“ beschreibt diese Methode (Einschleusung durch die Haut). Dabei handelt es sich um hauchdünne Plättchen aus Edelstahl oder Titanium mit einer Kantenlänge von 5 bis 8 mm. In diese werden mittels einer Stanze kleine Einschnitte eingebracht, die um 90° umgebogen werden und so als Nadeln mit ca. 0,1 mm Länge dienen. Das Microneedle-Plättchen mit rund 40 bis 60 Mikroadeln wird auf die Haut aufgelegt, darüber ein poröser, mit dem Wirkstoff getränkter Träger (z.B. Hormone) platziert und dann mit einem okklusiven Pflaster befestigt. Die Mikronadeln öffnen dabei die oberste Hautschicht, das stratum corneum, mit ca. einem Hundertstel Millimeter Dicke. Der Wirkstoff kann anschließend durch das Konzentrationsgefälle in tiefere Hautschichten gelangen. Die Anwendung solcher Mikronadeln ist schmerzlos, da die Nervenrezeptoren erst in einer Hauttiefe von rund 0,2 mm mit den eindringenden Nadeln in Kontakt kommen. Es handelt sich bei dieser Form von Medikamentenverabreichung um statisch gesetzte Nadeln (arrays oder microneedle-arrays).
Der deutsche Erfinder Horst Liebl suchte nach einem neuen und wesentlich schnelleren Weg des Mikroneedlings. Er integrierte ca. 200 atraumatische Mikronadeln medizinischer Güte in einer 20 Millimeter breiten Walze und nannte seine Erfindung Dermaroller®, die 2000 patentiert wurde. Der vormals „statische“ Prozess mit einzelnen Nadeln, Tätowiernadeln und microneedling arrays erfuhr durch den Dermaroller eine Dynamisierung des Mikroneedlings. Mit dem Gerät können jetzt binnen Minuten große Hautareale mühelos „genadelt“ werden.
Die Universitäten Marburg und Jena in Deutschland, sowie die Mercer University in Atlanta/USA bestätigten in sieben unabhängigen Studien die Effizienz des transdermalen Einschleusens von Wirkstoffen mit dem Dermaroller®.

Histologische Untersuchungen von Hautgewebe, das mit Nadeln von 0,5 bis 1,5 mm Länge (der Gesichtshautdicke entsprechend) behandelt wurde, ergaben, dass sich nach dem Mikroneedling in der Haut neue Kollagen- und Elastinfasern in erheblichen Mengen (bis zu 1000%) formiert hatten. Der Erfinder nannte diese Entdeckung Collagen-Induktions-Therapie (kurz CIT).
Da mit dem microneedling (Mikroneedling) Wirkstoffe (z. B. Vitamine und/oder Medikamente), in den Stoffwechsel (Metabolismus) eingeschleust werden können und die Induktion von neuen Kollagenfasern eine Veränderung der Anatomie und Physiologie darstellt, handelt es sich nach dem Gesetzt um eine invasive Methode, unabhängig von der Nadellänge. Daraus folgert nach den gesetzlichen Vorschriften und nach den europäischen Richtlinien, dass alle für das microneedling angebotenen Geräte Medizinprodukte sind und CE-gekennzeichnet werden müssen.
Für weiter Informationen gehen Sie bitte auf: http://www.dermaroller.de